NACHLASSVERWALTUNG – UNSER SPEZIALGEBIET

Im Todesfall gehen alle Rechte und Pflichten des Erblassers auf den bzw. die Erben über. Zahlreiche Angelegenheiten sind umgehend zu regeln und die Erben müssen sofort handeln, um den Nachlass zu sichern. Die Stadt, Ämter, Banken, Vermieter und auch manche Angehörige fordern eine schnelle Erledigung der anstehenden Formalitäten. Ein unangenehmes Thema – vor allem, da die anstehenden Entscheidungen unter Einfluss von Trauer und Abschied, aber dennoch zeitnah und effizient getroffen werden müssen.

Erbengemeinschaften haben häufig tatsächliche und rechtliche Schwierigkeiten, den Nachlass ordentlich abzuwickeln. Die räumliche Entfernung und unterschiedliche Vorstellungen über die Abwicklung bilden häufig eine Herausforderung für die Erben. Banken, Behörden und Versicherungen fordern darüber hinaus ein gemeinsames Auftreten der Erbengemeinschaft. Eine gemeinsame Abwicklung ist in diesen Fällen oft schwierig, rechtzeitiges Handeln jedoch meist unabdingbar.

Leider bleibt oft wenig Zeit. Wir helfen Ihnen gerne und begleiten Sie bei Gesprächen mit Institutionen wie Banken, Behörden und Gerichten. Wir erledigen für Sie u. a. die Beantragung eines Erbscheins, stellen Ihnen Unterlagen für die weitere Abwicklung zusammen und verwalten, verwerten, entflechten das Nachlassvermögen für Sie, damit es anschließend entsprechend auf die Erben aufgeteilt werden kann. Dabei stehen wir dem Erben lediglich zur Seite und agieren als dessen gesetzlicher Vertreter und Erfüllungsgehilfe gem. § 278 BGB. Unsere Vertretungsmacht verdrängt weder die rechtliche Handlungsbefugnis des Erben selbst, noch schränkt sie diese ein.

Als Nachlasspfleger unterliegen wir darüber hinaus von Gesetzes wegen her der Schweigepflicht. Wenn Sie eine Auskunft über das Vermögen des Erblassers einholen möchten, Fragen zu offenen Forderungen haben oder sonstige Angelegenheiten klären möchten, müssen Sie eine entsprechende Berechtigung nachweisen. Eine telefonische Auskunftserteilung erfolgt somit in der Regel nicht. Anmeldungen von Forderungen oder andere Auskunftswünsche müssen deshalb schriftlich eingereicht werden, wobei Berechtigungsnachweise in Kopie beigefügt werden müssen.

WIR LOTSEN SIE DURCH DEN NACHLASS-DSCHUNGEL:

Unsere Kanzlei unterstützt Sie umfassend bei der Nachlassabwicklung. Im Folgenden erfahren Sie mehr zum üblichen Ablauf sowie eine kurze Erklärung der Fachbegriffe:

Wenn im Erbfall ein Bedürfnis zur Regelung des Nachlasses besteht, können Nachlassgerichte die Fremdverwaltung des Nachlasses durch Nachlasspfleger anordnen. Diese sind dann für die Sicherung des Nachlasses und die ggf. notwendige Ermittlung unbekannter Erben als neutrale Abwickler bestellt. Die Anordnung einer Nachlasspflegschaft kann allerdings auch unter bestimmten Voraussetzungen beim zuständigen Gericht beantragt werden.

Das Verfahren umfasst unter anderem:

In der Ermittlungsphase hat der Nachlasspfleger den Nachlass zu erfassen und zu sichern. Das bedeutet, dass er die Aktiva und die Passiva und damit das Nachlassvermögen sowie auch die Nachlassverbindlichkeiten zu ermitteln hat, um einen Gesamtüberblick über den Nachlass zu erhalten. Zahlreiche Ermittlungsschreiben verlassen die Kanzlei und verlangen nach einer Überprüfung. Hinweisen wird akribisch nachgegangen. Die Dauer der Ermittlungsphase hängt in der Regel davon ab, welche Informationen dem Nachlasspfleger zur Verfügung stehen und wie sich die Zusammenarbeit u. a. mit Banken, Versicherungsgesellschaften, Gläubigern und sonstigen Auskunftspersonen gestaltet. Die Ermittlungsdauer kann daher zu Beginn der Tätigkeit nur schwer eingeschätzt werden und kann durchaus bis zu 24 Monaten andauern. In der Ermittlungsphase wird über den Fortgang der Angelegenheit keine Entscheidung getroffen. Vielmehr verschafft sich der Nachlasspfleger den Besitz und den Zugang zum Nachlassvermögen. Solange die Erben noch ermittelt werden und noch nicht zweifelsfrei feststehen, darf der Nachlasspfleger, sofern ein Schutzbedürfnis der anderen, zu diesem Zeitpunkt noch unbekannten Erben besteht, einen bereits bekannten Erben dennoch zur Herausgabe der Nachlassgegenstände auffordern und damit gegen einen späteren Erben vorgehen.

Beteiligte müssen sich in der Ermittlungsphase allerdings in Geduld üben. Sachstandsanfragen werden in dieser Zeit nicht beantwortet, um die Abwicklung zu beschleunigen.

Um die Werthaltigkeit des Nachlasses festzustellen, ist häufig die Bewertung des Nachlassvermögens notwendig. Sobald die ersten Ermittlungsergebnisse vorliegen, ist zu entscheiden, ob eine Bewertung notwendig ist oder nicht. Bei unstreitig vermögenden Nachlässen erfolgt vom Nachlasspfleger aus Kostengründen keine exakte Wertermittlung. Sofern eine Verwertung des Nachlassvermögens nötig wird, hat eine Wertermittlung vor Verwertung zu erfolgen. Verbindlichkeiten werden i.d.R. nach Anmeldung im Verzeichnis zunächst ohne Prüfung aufgenommen. Die Prüfung erfolgt anschließend durch die Erben selbst oder, sofern notwendig, durch den Nachlasspfleger.

Mit Abschluss der Ermittlungen werden die Ermittlungsergebnisse im sogenannten Nachlassverzeichnis aufgenommen. Im Nachlassverzeichnis werden alle Aktiva und Passiva des Nachlasses aufgelistet, die am Todestag des Erblassers vorhanden waren.

Zu den Aktiva zählen u. a.:

  • Bargeld, Kontostände von Giro- und Sparkonten
  • Aktien, Wertpapiere, Bausparverträge
  • Lebensversicherungen ohne Bezugsberechtigung
  • Sterbeversicherungen
  • Schmuck, Kunstgegenstände
  • Fahrzeuge
  • Grundstücke, Eigentumswohnungen
  • Unternehmen oder Beteiligungen an einem Unternehmen
  • etc.

 
Zu den Passiva zählen u.a.:

  • angemessene Beerdigungskosten inkl. Grab- und Grabsteinkosten, Leichenmahl, Zeitungsannoncen etc.
  • Auskunfts- und Wertermittlungskosten (z.B. Kosten für das notarielle Nachlassverzeichnis, Sachverständigenrechnungen z.B. wegen eines Verkehrswertgutachtens über ein Grundstück)
  • Darlehensverbindlichkeiten inkl. der zum Stand Todestag angefallenen Zinsen
  • offene Rechnungen (Pflegeheim, Rezepte, Telefon, Strom etc.)
  • bereits entstandene Steuerschulden des Erblassers (NICHT die Erbschaftssteuer aus der aktuellen Erbschaft)
  • etc.

 
Mit Fertigstellen des Nachlassverzeichnisses kann über den Fortgang der Nachlassangelegenheit entschieden werden. Wenn die Überschuldung des Nachlasses festgestellt wird, ist zu prüfen, ob das Nachlassinsolvenzverfahren sinnvoll ist, oder eine andere Lösung mit den beteiligten Gläubigern erzielt werden kann.

Ist der Nachlass vermögend, wird die Erbenermittlung notwendig.

Zu diesem Zeitpunkt erhalten die Beteiligten eine Benachrichtigung über den Fortgang der Angelegenheit.

Jede Nachlasssache ist individuell. Das Ermittlungsverfahren kann zwischen drei und sechs Monaten oder durchaus auch mehrere Jahre andauern. Sind zum Beispiel Grundstücke, Fahrzeuge, Firmen, Sammlungen vorhanden, sind Erben zu ermitteln oder ist die Verhandlung mit zahlreichen Gläubigern erforderlich? In diesem Fall ist mit einem größeren Bearbeitungsaufwand zu rechnen. Erst mit dem vollständigen Abschluss der Ermittlungen entscheidet der Nachlasspfleger über den weiteren Fortgang des Verfahrens; ob eventuelle Forderungen beglichen werden können oder ein Antrag auf die Eröffnung einer Nachlassinsolvenz gestellt werden muss. Die Nachlasspflegschaft endet, sobald das Sicherungsbedürfnis endet, der Nachlass erschöpft ist oder auch, wenn der Erbe ermittelt ist und die Erbschaft angenommen hat. Sie wird durch Beschluss des Nachlassgerichtes aufgehoben. Der Nachlasspfleger ist dann verpflichtet, den Nachlass an den Erben herauszugeben.